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Jede Aktivität zählt: Tipps für Sport mit Prostatakrebs

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Jede Aktivität zählt: Tipps für Sport mit Prostatakrebs

Aktiv zu sein hat viele Vorteile für Männer mit Prostatakrebs. Und das unabhängig davon, wo Sie sich auf Ihrem Weg mit dem Krebs gerade befinden. Regelmässige Bewegung kann dazu beitragen, das Fortschreiten einer lokalisierten Krebserkrankung zu verlangsamen,1 das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern,2 Müdigkeit zu lindern3 sowie die körperliche, kognitive4 und geistige Gesundheit zu verbessern.5

Sind Sie neugierig geworden? In diesem Artikel geben wir einen Überblick über die wissenschaftlich begründeten Bewegungsrichtlinien für Männer mit Prostatakrebs und gehen der Frage nach, wie viel körperliche Aktivität für Sie geeignet ist. Ausserdem haben wir für Sie einfache Empfehlungen zusammengestellt, wie Sie mehr Bewegung in Ihren Alltag integrieren können. Zum Schluss finden Sie Tipps, wie Sie motiviert bleiben und eine Routine entwickeln können, die Sie auch langfristig beibehalten.

Wie viel körperliche Aktivität sollte ich bei Prostatakrebs anstreben?

Jeder Mensch ist anders. Daher wissen Sie persönlich am besten, welche Art und wie viel Bewegung Ihnen in welcher Intensität guttut. Dabei spielt auch Ihr aktueller Fitnesszustand und Ihr bisheriger Behandlungsverlauf eine Rolle. Wenn Sie also mit einem neuen Trainingsprogramm beginnen, ist es wichtig, dass Sie auf Ihren Körper hören. Fangen Sie klein an und steigern Sie Ihre Aktivitäten Schritt für Schritt.

Die aktuellen Richtlinien für körperliche Aktivität für Menschen, die mit Krebs leben, empfehlen pro Woche 150 Minuten mässig intensive Bewegung (z. B. zügiges Gehen) oder 75 Minuten intensive Bewegung (z. B. Laufen). Dazu kommen 2 oder 3 Krafttrainingseinheiten.6 Allgemein gilt die Regel, dass mässig intensive Bewegung Ihre Herz- und Atemfrequenz erhöhen sollte. Dabei sollten Sie aber immer noch in der Lage sein, ein Gespräch zu führen. Bei einer intensiven Trainingseinheit ist Ihre Herz- und Atemfrequenz deutlich erhöht, so dass Sie sich möglicherweise nur noch in kurzen Zügen und mit wenigen Wörtern unterhalten können.

Welchen Sport sollte ich treiben?

Der Schlüssel zu aktiver Bewegung liegt darin, Aktivitäten zu finden, die Ihnen Spass machen und zu Ihrem Lebensstil passen. Wenn Sie etwas finden, das Ihnen Freude macht, ist es wahrscheinlicher, dass Sie motiviert bleiben und die Aktivität langfristig ausüben.

Forschungen haben ergeben, dass unabhängig von der Art der Übung ein angeleitetes Training effektiver ist als selbst durchgeführte Übungseinheiten.7,8 Einer der Vorteile eines angeleiteten Trainings ist die zusätzliche Motivation, die es bringen kann. Ein Trainer kann sicherstellen, dass Sie die Übungen richtig ausführen, und er kann Ihnen helfen, Ihr Trainingsprogramm auf Ihre speziellen Bedürfnisse und Ziele abzustimmen. Falls möglich, sollten Sie deshalb ein Trainingsprogramm mit Unterstützung eines Sportphysiologen, eines zertifizierten Sportlehrers oder eine angeleitete Gruppenlektion wählen. Denken Sie daran, dass Sie nicht bei jedem Training einen Profi an Ihrer Seite brauchen. Wenn Sie aber die Möglichkeit haben, besuchen Sie doch einmal pro Woche ein betreutes Training und trainieren Sie den Rest der Woche allein, zu zweit oder in der Gruppe.

Ein betreutes Trainingsprogramm mit einer Kombination aus Ausdauer- und Widerstandstraining ist zwar sehr empfehlenswert, aber jede Art von Aktivität ist ein Gewinn – auch wenn sie nicht als „Sport“ bezeichnet wird. Allein schon die Tatsache, dass Sie Ihr tägliches Aktivitätsniveau erhöhen, und die Zeit, die Sie im Sitzen verbringen, reduzieren, hat zahlreiche gesundheitliche Vorteile. Die Unterbrechung der sitzenden Tätigkeit durch regelmässige Bewegung aktiviert den Stoffwechsel, sodass Sie mehr Energie verbrennen. Dadurch behalten Sie ein gesünderes Körpergewicht9, verringern das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und steigern Ihre Lebenserwartung10. Selbst für diejenigen, die die oben empfohlenen Bewegungsrichtlinien befolgen, ist es empfehlenswert, Phasen der Inaktivität zu unterbrechen, um die Gesundheitsrisiken eines vorwiegend sitzenden Lebensstils zu verringern.11

Wenn Sie befürchten, dass Sie nicht genügend Zeit haben, ein Trainingsprogramm in Ihre Woche einzubauen, gibt es viele zeitsparende Möglichkeiten, wie Sie mehr Bewegung in Ihren Alltag integrieren können. Versuchen Sie doch einmal Folgendes:

  • Zu Fuss zum Einkaufen gehen
  • Zu Fuss oder mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren
  • Eine Haltestelle früher aus dem Bus steigen
  • Die Treppe statt den Aufzug zu nehmen
  • Sich bei der Hausarbeit bewegen, z. B. beim Verrichten von Gartenarbeit
  • In der Mittags- oder Kaffeepause einen 15-minütigen Spaziergang machen

Sollte ich Sport treiben, während ich mich einer Behandlung gegen Prostatakrebs unterziehe?

Wenn Sie sich einer chirurgischen Entfernung der Prostata unterziehen müssen, ist sanfte Bewegung eine ausgezeichnete Möglichkeit, den Heilungsprozess zu unterstützen. Gehen Sie die Wochen nach der Operation ruhig an, um Ihrem Körper die Möglichkeit zu geben, sich zu erholen. Sanfte Bewegungen, wie z. B. tägliche Spaziergänge, sind ideal, um wieder zu Kräften zu kommen. Gleichzeitig wirken Sie Komplikationen wie z. B. Blutgerinnsel entgegen, die durch Inaktivität entstehen können. Versuchen Sie zunächst, mehrere 5 bis 10-minütigen Spaziergänge über den Tag verteilt zu unternehmen. Steigern Sie danach Ihr tägliches Aktivitätsniveau allmählich. Am besten vermeiden Sie in den ersten 6 Wochen Sportarten mit hoher Gelenkbelastung, anstrengende Übungen und schweres Heben. Nach einer Prostatektomie kommt es aufgrund der Schädigung der Nerven und des Gewebes um die Prostata herum häufig zu Urinverlust (Inkontinenz). Männer, die vor und nach der Operation Übungen zur Stärkung ihres Beckenbodens durchführen, haben in der Regel weniger Probleme mit dem Wasserlassen und erlangen ihre Kontinenz schneller zurück als Männer, die diese Übungen nicht durchführen.12 Wir empfehlen Ihnen, mit Ihrem Arzt zu sprechen, um detaillierte und individuelle Empfehlungen für Ihre Genesung zu erhalten.

Wenn Sie sich wegen Ihres Prostatakrebses einer Androgendeprivationstherapie (Hormontherapie) unterziehen, kann Bewegung beitragen, behandlungsbedingte Nebenwirkungen besser zu bewältigen. Dazu gehören z. B. ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, eine verringerte Knochendichte oder eine verminderte Muskelmasse. Regelmässiger Sport gilt als gut verträglich, sicher und als geeignet, um die unerwünschten Wirkungen der Behandlung zu verringern.13 In Übereinstimmung mit den oben genannten Leitlinien wird ein überwachtes Übungsprogramm, das Kraft- und Ausdauertraining kombiniert, dringend empfohlen.7,8

Wenn Sie sich einer Strahlen- oder Chemotherapie unterziehen, kann körperliche Aktivität viele Vorteile haben. Dazu gehört insbesondere die Verringerung von Müdigkeit. Wenn Sie Ihren Körper häufig bewegen, können Sie dadurch Ihre Form und Ihre Fitness aufrechterhalten und gleichzeitig die Müdigkeit in Schach halten. Es wird dringend empfohlen, Phasen der Inaktivität mit regelmässiger Bewegung zu unterbrechen und sich intensiver zu bewegen, sobald Sie dazu in der Lage sind.11 Je nachdem, wie Sie sich fühlen, kann das bedeuten, dass Sie anfänglich nur aufstehen und um das Haus herumgehen. Sobald Sie sich besser fühlen, spricht nichts dagegen, ein intensiveres Aerobic- oder Widerstandstraining durchzuführen!

Wenn Sie Knochenmetastasen haben, ist es mitunter gar nicht so einfach, die Empfehlungen für sportliche Betätigung gegen das erhöhte Risiko von Knochenbrüchen abzuwägen. Dies sollte Sie jedoch nicht gänzlich von sportlichen Aktivitäten abhalten. Das Risiko von Komplikationen ist sehr individuell und hängt von den Merkmalen Ihrer Knochenmetastasen, dem Behandlungsverlauf und anderen persönlichen Faktoren ab. Für viele Menschen mit Knochenmetastasen kann eine leichte körperliche Betätigung trotz des erhöhten Frakturrisikos vorteilhaft sein. Dadurch lassen sich Nebenwirkungen der Behandlung verringern, die Fitness erhalten und die Lebensqualität verbessern.14 Wir empfehlen dringend, sich mit Ihrem Arzt und einem qualifizierten Fitnessexperten zu beraten, um Ihr Risiko für Skelettkomplikationen einzuschätzen und herauszufinden, welche Art von Bewegung für Sie sicher ist.

Unsere Tipps, um die Motivation zum Sport aufrechtzuerhalten:

Es kann eine Herausforderung sein, mit einem neuen Programm zu beginnen, die Motivation zu finden und regelmässig am Ball zu bleiben. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, mit Sport anzufangen, finden Sie hier einige Ideen, die Ihnen den Start erleichtern und Ihnen helfen, täglich dranzubleiben:

  • Bewegen Sie sich gemeinsam. Wenn Sie sich mit einem Freund oder in einer Gruppe zum Training verabreden, haben Sie jemanden, der Sie zur Einhaltung Ihrer Pläne anhält. Es ist auch eine gute Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und sich zu motivieren, sich mehr anzustrengen.
  • Planen Sie Ihre Aktivitäten. Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen, die Erinnerungshilfen nutzen, um Gewohnheiten zu entwickeln, ihre Pläne eher einhalten.15 Stellen Sie sich einen Wecker oder tragen Sie die Aktivitäten in Ihren Kalender ein, um daran erinnert zu werden, aufzustehen und sich zu bewegen.
  • Die Mischung macht’s! Abwechslung ist die Würze des Lebens.Das gilt auch für Bewegung. Ein abwechslungsreicher Übungsablauf beugt nicht nur Langeweile vor, sondern trägt auch dazu bei, dass verschiedene Muskelgruppen angesprochen und unterschiedliche Fitnesselemente trainiert
  • Setzen Sie sich ein Ziel. Wer ein Ziel hat, auf das er oder sie hinarbeitet, ist motivierter, am Ball zu bleiben. Setzen Sie sich ein Ziel, das erreichbar ist, aber auch genügend anspruchsvoll, sodass Sie sich anstrengen müssen. Viel Erfolg!

Informationen, denen Sie vertrauen können

Wie soll man bei so vielen Meinungen wissen, wem man glauben soll? Bei Oncolifestyle setzen wir alles daran, Ihnen evidenzbasierte Informationen zu liefern, die mit Blick auf Ihre Gesundheit sorgfältig recherchiert wurden.

UNSERE QUELLEN

Woher stammen diese Informationen?

UNSERE QUELLEN

Woher stammen diese Informationen?

  1. Kang, D.-W. et al. Effects of Exercise on Cardiorespiratory Fitness and Biochemical Progression in Men With Localized Prostate Cancer Under Active Surveillance: The ERASE Randomized Clinical Trial. JAMA Oncol. 7, 1487 (2021).
  2. Nystoriak, M. A. & Bhatnagar, A. Cardiovascular Effects and Benefits of Exercise. Front. Cardiovasc. Med. 5, 135 (2018).
  3. Baguley, B., Bolam, K., Wright, O. & Skinner, T. The Effect of Nutrition Therapy and Exercise on Cancer-Related Fatigue and Quality of Life in Men with Prostate Cancer: A Systematic Review. Nutrients 9, 1003 (2017).
  4. Omura, J. D. et al. Cross-sectional association between physical activity level and subjective cognitive decline among US adults aged ≥45 years, 2015. Prev. Med. 141, 106279 (2020).
  5. Schuch, F. B. & Vancampfort, D. Physical activity, exercise, and mental disorders: it is time to move on. Trends Psychiatry Psychother. 43, 177–184 (2021).
  6. Hart, N. H., Galvão, D. A. & Newton, R. U. Exercise medicine for advanced prostate cancer. Curr. Opin. Support. Palliat. Care 11, 247–257 (2017).
  7. Kokorovic, A. et al. UPDATE – Canadian Urological Association guideline on androgen deprivation therapy: Adverse events and management strategies (Full-text). Can. Urol. Assoc. J. 16, E416-31 (2022).
  8. Mottet, N. et al. EAU Guidelines on Prostate Cancer. (EAU Guidelines Office, 2023).
  9. Healy, G. N. et al. Breaks in sedentary time: beneficial associations with metabolic risk. Diabetes Care 31, 661–666 (2008).
  10. Länsitie, M. et al. Cardiovascular disease risk and all-cause mortality associated with accelerometer-measured physical activity and sedentary time ‒ a prospective population-based study in older adults. BMC Geriatr. 22, 729 (2022).
  11. Neuzillet, C. Nutrition et activité physique en cancérologie (recommandations Françaises). FMC-HGE https://www.fmcgastro.org/texte-postu/postu-2023/nutrition-et-activite-physique-en-cancerologie-recommandations-francaises/.
  12. Tienforti, D. et al. Efficacy of an assisted low-intensity programme of perioperative pelvic floor muscle training in improving the recovery of continence after radical prostatectomy: a randomized controlled trial. BJU Int. 110, 1004–1010 (2012).
  13. Cagliari, M. et al. Feasibility and Safety of Physical Exercise to Preserve Bone Health in Men With Prostate Cancer Receiving Androgen Deprivation Therapy: A Systematic Review. Phys. Ther. 102, pzab288 (2022).
  14. Campbell, K. L. et al. Exercise Recommendation for People With Bone Metastases: Expert Consensus for Health Care Providers and Exercise Professionals. JCO Oncol. Pract. 18, e697–e709 (2022).
  15. Gollwitzer, P. Implementation Intentions: Strong Effects of Simple Plans. Am. Psychol. 54, 493–503 (1999).

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Das ABC der Herz- und Prostatagesundheit

Haben Sie kürzlich die Diagnose Prostatakrebs erhalten? Dann ist jetzt der Zeitpunkt, sich um andere Aspekte Ihrer Gesundheit zu kümmern. Nehmen Sie unsere Tipps zu Herzen, um länger zu leben und weiterhin eine gute Lebensqualität zu geniessen. Denn die meisten Fälle von Prostatakrebs werden frühzeitig erkannt und die Prognose zählt unter allen Krebsarten zu den besten.1

Tragen Sie Sorge zu Ihrer Herzgesundheit

Wenn bei Ihnen kürzlich Prostatakrebs diagnostiziert wurde, ist es gut möglich, dass Sie zu den zwei Dritteln Männer gehören, die auch ein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.2 Denn die Risikofaktoren für beide Krankheiten überschneiden sich stark.3 Zusätzlich kann auch eine Hormontherapie bei Prostatakrebs Stoffwechselveränderungen hervorrufen und zu einem erhöhten Cholesterinspiegel im Blut führen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.4

Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Zu den Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören verschiedene Erkrankungen des Herzens oder der Blutgefässe. Dazu zählen auch Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Meistens ist dafür eine Anhäufung von „schlechtem“ Cholesterin in den Blutgefässen verantwortlich, die Herz und Gehirn versorgen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten mittlerweile bei Männern mit Prostatakrebs als häufigere Todesursache als der Prostatakrebs selbst.5 Für ein gutes Leben nach der Diagnose ist daher der Umgang mit diesem Risiko entscheidend.

Die gute Nachricht ist, dass eine gesunde Lebensweise das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erheblich senken kann.6 Gleichzeitig tragen unsere Empfehlungen für eine Änderung des Lebensstils nicht nur zu einem gesünderen Herzen bei, sondern wirken sich auch positiv auf die Gesundheit der Prostata aus.3 Sie werden sehen, dass Sie sich danach geistig und körperlich besser fühlen, wenn Sie unsere Tipps zu Herzen nehmen.

Der ABCDE-Ansatz
Viele Ärzte wenden heute den „ABCDE“-Ansatz an, um ihren Patienten zu helfen, ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken.7,8 Der Ansatz kombiniert Vorsorgemassnahmen und Änderungen des Lebensstils, eingeteilt in folgende Kategorien:

A

Aufklärung
Aspirin

B

Blutdruckkontrolle

C

Cholesterin-Management
C(Z)igaretten- oder Rauchentwöhnung

D

Diät und Gewichtskontrolle
Diabetes-Prävention

E

Ertüchtigung und Bewegung

A

Aufklärung

Bei der Aufklärung geht es darum, dass Sie über Ihr erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen Bescheid wissen und die Symptome einer Herzerkrankung erkennen können. Dazu gehören:

  • Schmerzen in der Brust bei körperlicher Anstrengung
  • Kurzatmigkeit bei körperlicher Anstrengung
  • Schnell einsetzendes Gefühl der Ermüdung

Wenn Sie an einem dieser Symptome leiden, sollten Sie unbedingt mit Ihrem Arzt sprechen, damit er weitere Untersuchungen vornehmen kann.

Wichtig: Wenn Sie eines der untenstehenden Symptome bemerken, könnte dies ein Anzeichen für einen Herzinfarkt sein. In diesem Fall sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen:

  • Plötzliches Auftreten von Schmerzen in der Brust
  • Kurzatmigkeit
  • Schmerzen im Kiefer, Nacken, Rücken, Arm oder in der Schulter
  • Übelkeit oder Schwindelgefühle

Aspirin

Die tägliche Einnahme einer niedrigen Dosis Aspirin kann das Risiko einer Herzerkrankung verringern. Es kann die Bildung von Blutgerinnseln in den Arterien verhindern. Für Menschen mit einem hohen Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann dies eine wirksame Präventionsmassnahme sein. Sie birgt aber auch ein erhöhtes Risiko für Magengeschwüre und Magen-Darm-Blutungen. Besprechen Sie daher die Vorteile und Risiken einer möglichen Einnahme von Aspirin mit Ihrem Arzt. Er weiss am besten, ob dies für Sie die richtige Behandlung ist.

B

Blutdruck

Hoher Blutdruck ist ein bedeutender Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bluthochdruck, auch Hypertonie genannt, belastet mit der Zeit das Herz und die Blutgefässe. Er kann die Arterien verengen und verhärten und so den Blutfluss einschränken. Zusätzlich belastet er das Herz, so dass die Gefahr einer Herzschwäche besteht. Es ist möglich, dass man an Bluthochdruck leidet, ohne es zu wissen. Denn es gibt keine eindeutigen Symptome. Wir empfehlen Ihnen daher, gemeinsam mit Ihrem Arzt abzuklären, ob Ihr Blutdruck in einem gesunden Bereich liegt oder ob Sie ihn durch eine gesunde Lebensweise oder Medikamente im Schach halten können.

C

Cholesterin-Management

Cholesterin ist ein fettähnliches Molekül. Es ist für wichtige Prozesse in unserem Körper unerlässlich. Dazu gehört der Aufbau von Zellen und die Bildung von Vitaminen und Hormonen. Ein zu hoher Cholesterinspiegel führt jedoch zu Fettablagerungen im Blutkreislauf. Dadurch verengen sich die Blutgefässe und das Risiko für einen Schlaganfall, ein Herzversagen oder ein Herzinfarkt steigt.

Wichtig ist, dass Sie wissen, dass die Lebensmittel, die Sie essen, einen grossen Einfluss auf Ihren Cholesterinspiegel haben können. Cholesterin ist jedoch nicht gleich Cholesterin. Während Low-Density-Lipoproteine (LDL, auch bekannt als „schlechtes Cholesterin“) das Risiko für Herzerkrankungen erhöhen, können High-Density-Lipoproteine (HDL, „gutes Cholesterin“) dagegen das Risiko senken. Eine Ernährung mit wenig gesättigten Fettsäuren hilft, das schlechte Cholesterin zu senken. Gesunde Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, Nüsse und Hülsenfrüchte können das gute Cholesterin erhöhen.

C(Z)igaretten- oder Rauchentwöhnung

Auch wenn es Ihnen schwerfällt: Mit dem Rauchen aufzuhören, ist das Beste, was Sie für Ihre Gesundheit – und insbesondere für Ihr Herz – tun können. Innerhalb weniger Wochen nach dem Rauchstopp steigt das gute Cholesterin im Blut rapide an und hilft dem Körper, das überschüssige schlechte Cholesterin aus den Arterien zu entfernen.9 Zugleich sinkt mit der Zeit Ihr Risiko für Herzkrankheiten, Schlaganfälle oder Herzinfarkte: Innerhalb von 4 bis 5 Jahren ist es noch halb so gross und über einen Zeitraum von 5 bis 15 Jahren kann Ihr Risiko auf das einer Person sinken, die nie geraucht hat.10 Es ist also nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören!

D

Diät und Gewichtskontrolle

Dank einer gesunden Ernährung können Sie Ihr Gewicht besser kontrollieren und zugleich die Gesundheit von Herz und Prostata stärken. Die mediterrane Ernährung wird oft als die beste Ernährungsweise zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bezeichnet.11 Sie kann das Risiko für Herzkrankheiten um 31 % senken.6

„Essen Sie mit Freude. Nicht zu viel und vor allem pflanzliche Nahrungsmittel.“

Eine mediterrane Ernährung besteht hauptsächlich aus pflanzlichen Lebensmitteln. Dazu gehören viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte und nur geringe Mengen an tierischen Nahrungsmitteln. Durch die Reduktion von tierischen Produkten ist die Ernährung arm an gesättigten Fetten und enthält viele gesunde ungesättigte Fette wie sie vor allem in Olivenöl und Nüssen vorkommen. Die Reduktion von gesättigten Fettsäuren gilt als Schlüssel in der Ernährung für ein gesundes Herz.12 Die mediterrane Ernährung kann aber auch das kardiovaskuläre Risiko senken, indem sie Entzündungen13 reduziert und den Blutzuckerspiegel konstant hält.14  Um Ihnen bei der Entwicklung ausgewogener, gesunder Mahlzeiten im Einklang mit diesen Essgewohnheiten zu helfen, konsultieren Sie Der optimale Teller der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung.

Kleinere Portionen können dazu beitragen, ein gesundes Gewicht zu halten und das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiter zu senken. Diejenigen unter uns, die abnehmen wollen, hören das wohl nicht gern. Da sind Sie nicht allein: Mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Europa hat einen Body-Mass-Index (BMI), der über dem gesunden Bereich liegt.15 Dies gilt als ein Hauptfaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.16,17 Noch schwieriger kann es sein, ein gesundes Gewicht zu halten, wenn Sie eine Hormontherapie machen. Oft wird dadurch der Stoffwechsel verlangsamt und eine Gewichtszunahme kann die Folge sein.

Während in der Allgemeinbevölkerung der BMI als Mass für das kardiovaskuläre Risiko gilt, kann bei Männern über 65 die Körperfettverteilung ein zuverlässigerer Indikator sein.18 Männer, die um die Körpermitte herum Übergewicht haben, können ihr Risiko senken, indem sie ihren Taillenumfang reduzieren. Unsere Bewegungs- und Ernährungsempfehlungen in diesem Artikel dienen als guter Anfang, um Ihren BMI zu senken oder Gewicht um die Körpermitte herum zu verlieren. Solche Änderungen des Lebensstils können Ihnen helfen, in Form zu kommen (oder zu bleiben) und Ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken. Gleichzeitig können sie auch Ihre Lebensqualität verbessern und sogar das Fortschreiten von Prostatakrebs verlangsamen. Fragen Sie Ihren Arzt, wenn Sie Hilfe bei der Umstellung Ihrer Ernährung wünschen. Er kann Sie an einen Ernährungsberater überweisen.

Diabetes-Prävention

Diabetes ist ein erheblicher Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Er kann das Risiko im Vergleich zu Personen ohne Diabetes verdoppeln.19 Es lohnt sich daher, Ihren Arzt um ein Diabetes-Screening zu bitten, um festzustellen, ob Sie einen hohen Blutzucker haben und möglicherweise an Diabetes leiden. Dies ist umso wichtiger, wenn Sie sich einer Androgendeprivationstherapie (ADT) unterzogen haben. Denn die Behandlung kann Ihren Stoffwechsel beeinflussen. Glücklicherweise lässt sich der Blutzuckerspiegel durch Änderungen des Lebensstils und/oder auch die Einnahme von Medikamenten wirksam kontrollieren.

E

Ertüchtigung und Bewegung:

 „Wenn Sport eine Pille wäre, würde sie jeder nehmen.“

Aktiv zu sein ist gut für Ihr Herz. Ob Sie nun joggen gehen oder die Hausarbeit erledigen: Bewegung kann Ihr Herz gesund erhalten. Selbst im fortgeschrittenen Alter können regelmässige Aktivitäten eine altersbedingte oder durch eine Herzinsuffizienz hervorgerufene Veränderung des Herzens oder der Blutgefässe rückgängig machen.20

Patientenleitlinien empfehlen, mindestens 150 Minuten pro Woche eine mässig intensive körperliche Aktivität oder 75 Minuten pro Woche eine Bewegung mit hoher Intensität auszuüben.21 Der grösste Nutzen sehen Experten in der Ausübung einer 50- bis 60-minütigen hoher Aktivität (z. B. Joggen) pro Tag. Aber auch eine mässige Bewegung (z. B. zügiges Gehen) kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen beträchtlich reduzieren.20 Selbst kurze 1- bis 2-minütige Einheiten kräftiger Aktivität, wie z. B. Treppensteigen oder zügiges Gehen, die über den Tag verteilt wiederholt werden, können das Risiko erheblich verringern.22

Welche Art von Bewegung und wie viel für Sie geeignet ist, ist eine persönliche Entscheidung und hängt von Ihrem Krebsstadium, Ihrer Behandlung und Ihrer vorhandenen Fitness ab.

Sind Sie bereit, Ihren Lebensstil zu ändern, und wünschen Sie zusätzliche Unterstützung? Sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Er kann Ihnen mit persönlichen Ratschlägen helfen und Sie an einen spezialisierten Ernährungsberater oder Sportphysiologen verweisen.

Informationen, denen Sie vertrauen können

Wie soll man bei so vielen Meinungen wissen, wem man glauben soll? Bei Oncolifestyle setzen wir alles daran, Ihnen evidenzbasierte Informationen zu liefern, die mit Blick auf Ihre Gesundheit sorgfältig recherchiert wurden.

Unsere quellen

Woher stammen diese Informationen?

Unsere quellen

Woher stammen diese Informationen?

  1. Cancer Today. https://gco.iarc.fr/today/online-analysis-multi-bars?v=2020&mode=cancer&mode_population=countries&population=900&populations=900&key=asr&sex=0&cancer=39&type=0&statistic=5&prevalence=0&population_group=0&ages_group%5B%5D=0&ages_group%5B%5D=17&nb_items=10&group_cancer=1&include_nmsc=0&include_nmsc_other=1&type_multiple=%257B%2522inc%2522%253Atrue%252C%2522mort%2522%253Atrue%252C%2522prev%2522%253Afalse%257D&orientation=horizontal&type_sort=0&type_nb_items=%257B%2522top%2522%253Atrue%252C%2522bottom%2522%253Afalse%257D.
  2. Leong, D. P. et al. Cardiovascular Risk in Men with Prostate Cancer: Insights from the RADICAL PC Study. J. Urol. 203, 1109–1116 (2020).
  3. Moyad, M. A. Preventing Lethal Prostate Cancer with Diet, Supplements, and Rx: Heart Healthy Continues to Be Prostate Healthy and “First Do No Harm” Part I. Curr. Urol. Rep. 19, 104 (2018).
  4. Nguyen, P. L. et al. Adverse Effects of Androgen Deprivation Therapy and Strategies to Mitigate Them. Eur. Urol. 67, 825–836 (2015).
  5. Ye, Y., Zheng, Y., Miao, Q., Ruan, H. & Zhang, X. Causes of Death Among Prostate Cancer Patients Aged 40 Years and Older in the United States. Front. Oncol. 12, (2022).
  6. Chiuve, S. E., McCullough, M. L., Sacks, F. M. & Rimm, E. B. Healthy Lifestyle Factors in the Primary Prevention of Coronary Heart Disease Among Men: Benefits Among Users and Nonusers of Lipid-Lowering and Antihypertensive Medications. Circulation 114, 160–167 (2006).
  7. Hsu, S. et al. A Clinician’s Guide to the ABCs of Cardiovascular Disease Prevention: The Johns Hopkins Ciccarone Center for the Prevention of Heart Disease and American College of Cardiology Cardiosource Approach to the Million Hearts Initiative: ABCs of CVD Prevention. Clin. Cardiol. 36, 383–393 (2013).
  8. Guan, J. et al. ABCDE Steps for Heart and Vascular Wellness Following a Prostate Cancer Diagnosis. Circulation 132, (2015).
  9. Forey, B. A., Fry, J. S., Lee, P. N., Thornton, A. J. & Coombs, K. J. The effect of quitting smoking on HDL-cholesterol – a review based on within-subject changes. Biomark. Res. 1, 26 (2013).
  10. General, U. S. P. H. S. O. of the S. & Health, N. C. for C. D. P. and H. P. (US) O. on S. and. The Health Benefits of Smoking Cessation. Smoking Cessation: A Report of the Surgeon General [Internet] (US Department of Health and Human Services, 2020).
  11. Lichtenstein, A. H. et al. 2021 Dietary Guidance to Improve Cardiovascular Health: A Scientific Statement From the American Heart Association. Circulation 144, (2021).
  12. Kris-Etherton, P. M., Petersen, K. & Van Horn, L. Convincing evidence supports reducing saturated fat to decrease cardiovascular disease risk. BMJ Nutr. Prev. Health 1, 23–26 (2018).
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  14. Ahmad, S. et al. Assessment of Risk Factors and Biomarkers Associated With Risk of Cardiovascular Disease Among Women Consuming a Mediterranean Diet. JAMA Netw. Open 1, e185708 (2018).
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  16. Bogers, R. P. Association of Overweight With Increased Risk of Coronary Heart Disease Partly Independent of Blood Pressure and Cholesterol LevelsA Meta-analysis of 21 Cohort Studies Including More Than 300 000 Persons. Arch. Intern. Med. 167, 1720 (2007).
  17. Berrington de Gonzalez, A. et al. Body-Mass Index and Mortality among 1.46 Million White Adults. N. Engl. J. Med. 363, 2211–2219 (2010).
  18. Rimm, E. B. et al. Body Size and Fat Distribution as Predictors of Coronary Heart Disease among Middle-aged and Older US Men. Am. J. Epidemiol. 141, 1117–1127 (1995).
  19. Barrett-Connor, E., Wingard, D., Wong, N. & Goldberg, R. Heart Disease and Diabetes. in Diabetes in America (eds. Cowie, C. C. et al.) (National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (US), 2018).
  20. Nystoriak, M. A. & Bhatnagar, A. Cardiovascular Effects and Benefits of Exercise. Front. Cardiovasc. Med. 5, 135 (2018).
  21. Segal, R. et al. Exercise for People with Cancer: A Clinical Practice Guideline. Curr. Oncol. 24, 40–46 (2017).
  22. Stamatakis, E. et al. Association of wearable device-measured vigorous intermittent lifestyle physical activity with mortality. Nat. Med. 1–9 (2022) doi:10.1038/s41591-022-02100-x.